Bye Bye Baby
Wenn deine innere Uhr tickt und nur du es hörst

Die Ausbildung ist abgeschlossen, das Studium absolviert.
Man ist mitten im Leben. Sammelt Erfahrungen im Job macht coole Urlaube in coole Länder. Man macht einfach das was man schon lange machen wollte.
Denn man ist unabhängig. Man ist frei. Verdient endlich sein eigenes Geld und kann tun und lassen was man will. Es ist deine Zeit.

Du hast deine eigene Wohnung in der du vermutlich zusammen mit deinem Partner wohnst.
Auch er lebt dieses Leben. Schön egoistisch und glücklich. Und das egoistisch meine ich in diesem Fall keineswegs negativ. Einfach mal egoistisch sein, ohne dass man sich dafür rechtfertigen muss. Ist doch super.

Und so lebt ihr nun gemeinsam Euer Leben. In Eurer schönen Wohnung. Gutes Essen hier, guter Wein da und ab und zu ein Städtetrip.  

Und irgendwann kommt dieser Moment – und ich muss es tatsächlich als Moment titulieren, da ich überhaupt nicht mehr genau weiß, wie das eigentlich alles anfing – wo du dir Gedanken um deine Zukunft machst.
Nicht so diese „Wo siehst du dich beruflich in 5 Jahren“ Gedanken oder „in zwei Jahren möchte ich unbedingt einmal die Westküste der USA abfahren „.

Ne, nicht sowas. Du denkst auf einmal an was viel Größeres. Etwas das dein ganzes Leben verändern wird. Du denkst an Kinder.
Dir war ja immer klar, dass du irgendwann mal welche haben möchtest. Gehört ja zum Leben dazu.
Ich kann hier nur von mir persönlich sprechen. Ich gehöre zu diesen Frauen, die früher immer und überall mit Baby Born-Puppen rumgerannt sind und permanent „Mama, Tochter“ gespielt haben.
 
Kinder gehören für mich zum Leben dazu wie die Luft zum Atmen. Nicht eine Sekunde musste ich darüber nachdenken, ob ich später einmal Kinder haben möchte oder nicht.
Das war bzw. ist für mich eine Unerlässlichkeit.

Irgendwann ist nun also der Moment gekommen, in dem in dir dieser Gedanke zu keimen anfängt. Anfangs kannst du es noch ganz gut „verbergen“ gelegentlich erreicht dich ein Gedanken, den du ganz gut annehmen und wieder ablegen kannst.

Natürlich wirst du älter und somit auch deine Gedanken lauter.
Der Zeitpunkt wird kommen an dem du deinen Partner damit konfrontieren wirst (musst).
Und jetzt wird es interessant. Ich habe schon immer zu meinem Partner gesagt, dass ich Kinder haben möchte. Und das war auch nie ein Problem. Weil ich ja nie darüber gesprochen habe. Weil ich es ja noch nicht wollte.
Jetzt merkt er aber, dass ich ernst mache.

Es gibt tausend Gespräche – alle bringen nichts. Man wird vom Partner vertröstet auf den nächsten Zeitpunkt. Es gibt immer wieder andere Gründe, warum man denn jetzt momentan gerade noch keine Kinder möchte. Ist ja auch cool so, dieses egoistische unabhängige Leben. Aber das willst du gar nicht mehr. Du willst gar nicht mehr nur für dich alleine Leben.
All diese Gespräche führen meistens nur zu einem. Die Frau macht ihrem Mann Vorwürfe, weil er nicht in die Gänge kommt und der Mann macht seiner Frau Vorwürfe, weil sie ihn unter Druck setzt.

Die Frage ist nur, wie kommt man aus dieser Misere wieder raus?
Um es vorab zu sagen, ich werde diese Frage in diesem Artikel nicht beantworten. Da ich es nicht weiß.

Das Einzige was ich weiß ist, dass man sich nicht zu lange hinhalten lassen darf. Die meisten Männer (Nicht alle) sehen das Thema Nachwuchs sehr sachlich und rational. Versetzt euch mal in seine Lage. Was er alles aufgibt. Seine Unabhängigkeit, seine Freiheit. Anstatt für einen Städtetrip muss er für Windeln sein Geld ausgeben. Ja herzlichen Glückwunsch.
Bei Männern tickt keine biologische Uhr. Frauen sind in dieser Frage sehr viel emotionaler.
Zudem tickt bei uns irgendwann sehr wohl eine innere Uhr.

Nicht zu lange hinhalten lassen. Sicher fragt sich jetzt die ein oder andere „Okay, wie viel Zeit soll ich Ihm maximal geben“. Und auch hier muss ich sagen, ich weiß es nicht. Ihr müsst es wissen. Wenn ihr merkt, dass ihr nicht ernstgenommen werdet. Die Gespräche einfach abgewälzt werden.
Nicht wirklich auf euch eingegangen wird. Dann solltet Ihr anfangen, euch Gedanken zu machen, ob das wirklich der Mann ist mit dem Ihr eine Familie haben werdet.

Dazu kommt noch die Frage. Wie viel Zeit gebt ihr euch selbst noch. Das ist in meinen Augen der eigentliche Faktor. Wenn es für euch absolut in Ordnung ist noch drei Jahre zu warten und dem Partner diese Zeit zu geben, dann tut das. Wenn nicht, dann lasst euch nicht hinhalten.

Ich persönlich stecke momentan inmitten einer solchen „Krise“. Und ich würde Lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich nicht oft darüber nachdenke, wie ich das alles zeitlich hinkriegen soll.
(hier sollte mal erwähnt werden, dass man irgendwann einfach nur noch rechnet.  X Monate bis dahin, dann nur noch x Monate bis zu diesem Zeitpunkt, etc.)

Warte ich nun noch 6 Monate auf meinen Partner? Allerdings mit dem Risiko, dass er dann immer noch nicht bereit ist. Setzte ich ihm ein Ultimatum?
Wenn ich das tue und er sich davon in keinster Weiße beeinflussen lässt, wie geht es dann weiter?

Eine 30-jährige Frau. Unverheiratet mit stark ausgeprägtem Kinderwunsch. Na klasse. Genau das, worauf ein Mann gewartet hat. So ne verzweifelte Irre, die am besten schon gestern schwanger wäre. Jackpot. Wie oft denke ich mir - Scheiße. Scheiße, Scheiße, Scheiße.

Doch ganz ehrlich Mädels, wir sollten nie denken, dass wir keinen anderen mehr bekommen und uns deshalb von unserem jetzigen Partner abhängig machen. Wirklich nicht. Natürlich liebt ihr ihn. Und er liebt euch auch.  (Da sagen sich nun sicher auch einige „Naja also so sehr kann er mich ja nicht lieben, wenn er kein Kind mit mir möchte). Wobei ich das so gar nicht anzweifeln würde. Also, dass er euch nicht liebt. Es gibt einfach Dinge im Leben - und da gehört das Thema Nachwuchs ganz gewiss dazu - da kann man den anderen noch so sehr lieben, kommt man nicht auf einen Nenner, dann war’s das.
Aber macht euch nicht abhängig.
Stellt euch vor in drei Jahren verlässt er euch und dann sitzt ihr alleine da. Nur nochmal drei Jahre älter.
Was ich in dieser ganzen Sache lernen musste ist, dass es kein Richtig und kein Falsch gibt. Beide Seiten haben Ihre Ansichten und ihre Meinung und nichts davon ist falsch. Jeder hat seine eigene Wahrheit. Seit gut einem Jahr befasse ich mich nun intensiv mit diesem Thema und merke, dass ich einfach nicht wirklich vorankomme.
Und ja, auch ich habe mir eine Frist gesetzt. Und ja, auch ich habe verdammt viel Angst davor, dass die Frist abläuft und sich nichts getan hat. Aber das ist mein Leben und es sind meine Wünsche und die möchte ich von nichts und niemandem abhängig machen oder darauf verzichten. Denn so sehr werde ich wohl nur meine eigenen Kinder lieben um Ihnen zu liebe auf etwas für mich so wichtiges zu verzichten.